Nach vielen Jahren des Suchens, der Sehnsucht und Herzschmerzen und den vielen unbeantworteten Fragen, dem Umdrehen jeden Steins, ohne etwas darunter zu entdecken, immer auf der Suche nach der 'anderen Hälfte' war ich erfolgreich, aber es war ein sehr langer Weg.
Ich möchte Ihnen über
mich erzählen, meine Suche und was ich nun mache, um anderen in ähnlicher
Situation zu helfen.
Ich war
vierzehn Jahre alt als ich erfuhr, dass mein biologischer Vater Amerikaner
war. Da der Nachname Brown war, war es sehr schwierig ihn zu finden. Natürlich
kann nur das in den Akten vermerkt werden, was Mütter angeben und es
stellte sich später heraus, dass nicht nur die in den Akten vermerkte
Heimatstadt, sondern auch sein Mittelname falsch vermerkt waren und jedermann,
ausser dem Militär meinen Vater als Harlan kannte.
Als
ich damals mit meiner Suche begann war oder konnte mir niemand bei meiner
Suche behilflich sein, weder in den USA noch in Deutschland. Das Recht des
Soldaten anonym zu bleiben und das Recht der Mutter die Fakten für
sich zu behalten wurden höher bewertet als das Recht des Kindes auf
Kenntnis seiner eigenen Herkunft. Dies hat sich seitdem wesentlich geändert.
Meine Grossmutter, die ich sehr liebte, sagte mir, ich solle darüber
nicht traurig sein, denn ich hatte eine Ahnenreihe müttterlicherseits
auf die ich sehr stolz sein könne, und dass die Familie bereits seit
mehr als dreihundert Jahren am gleichen Ort gewohnt hatte.
Sie sagte mir auch, dass sie und mein Grossvater ihrer Tochter nicht erlaubt
hatten, dass sie und mein Vater heirateten. Ob sie das nur sagte um mich
zu trösten weiss ich nicht, aber was sie mir über meine Ahnen
mütterlicherseits erzählte, und die Tatsache, dass ich absolut
nichts über meine Familie väterlicherseits wusste, brachte mich
zur Ahnenforschung. Ich wollte "dazu gehören" und wenigstens
die Hälfte meiner Wurzeln kennen. Meine Grossmutter war sehr geduldig
mich die alte Schrift zu lehren, und ich hoffte, während meiner Suche
irgendwann eine Spur meines Vaters zu finden. Mittlerweile habe ich meine
Ahnen mütterlicherseits bis ins frühe 17. Jahrhundert recherchiert,
eine Linie sogar bis 1432 und meine Ahnen väterlicherseits bis ca.
1850.
Als ich damals mit meiner Suche begann wusste ich nicht, dass ich so viele Jahre nach meinem Vater würde suchen müssen. Aber selbst wenn ich es gewusst hätte, es hätte mich nicht von der Suche abgehalten.
Viele Male wollte ich aufgeben, aber dann, nach ein paar Monaten fing die Sehnsucht wieder an. Unendlich viele Wege, die oftmals in einer Sackgasse endeten, bin ich gegangen, habe tausende von Dollar ausgegeben. Am Ende kann ich sagen, es war den ganzen Aufwand wert.
Wie in vielen anderen Fällen wollte auch meine Mutter nicht über diese Angelegenheit sprechen, nicht einmal einen Namen wollte sie mir sagen. Erst einige Jahre später, als ich volljährig war, bekam ich einige Informationen, natürlich nicht von ihr. Es war das Jahr in dem ich 18 wurde als das Gesetz der Volljährigkeit geändert wurde. Ich hatte so auf diese Änderung gehofft - drei Jahre weniger des Wartens, um an meine Akten zu kommen. Aber als ich meine Akten einzusehen wollte wurde mir gesagt, alles sei bereits an mich geschickt worden. Ich hatte natürlich nichts erhalten. Nach etwa sechs Jahren fand ich heraus, dass nicht alles geschickt (verloren) wurde und ich erhielt endlich einige Informationen, aber es war mir damals nicht erlaubt tatsächlich in die Akten zu schauen, aber ich konnte Fragen stellen.
Endlich erhielt ich einen Namen, Heimatstadt - die, wie sich später herausstellte, falsch war, Einheit und Alter. Ich fing an zu suchen - ein Jahr, zwei Jahre, zehn Jahre - nichts. Nach dreissig Jahren Suche, unterbrochen durch die Geburt meines Sohnes und Leben und Arbeiten in den USA und fürs US Militär, eines Tages, als ich die Suche endgültig beeenden wollte, geschah das Wunder. Ich fand endlich meine Familie und erhielt den ersten Brief kurz vor Weihnachten. Ein Brief, der dieses Weihnachten zu einem ganz besonderen Weihnachtsfest machte.
Ich erhielt nicht nur einen herzlichen Willkommensbrief, sondern auch einige Fotos. Eines davon zeigt meinen Vater (links) beim Militar und das andere zeigt ihn bei der Kentucky State Police. Leider verstarb mein Vater bereits 1984 im Alter von 61 Jahren, aber ich bin in Kontakt mit seiner Schwester und seiner Cousine ersten Grades. Mein Vater war drei Mal verheiratet,. Ich bin aber, soweit ich das bis heute weiss, sein einziges Kind. Er war Veteran des zweiten Weltkrieges und war in Europa stationiert von 1943 bis 1947. Dann verliess er das Militär und ging zur neu gegründeten Kentucky State Police. Später ging er dann zurück zum Militär und wieder nach Übersee.
Meine Grossmutter hatte recht, ich habe jeden Grund auf meine Ahnen stolz zu sein. Ebenso mein Sohn. Seine Ahnen väterlicherseits aus Flandern waren vor 1640 unter den ersten Siedlern in New Amsterdam (New York). Beide seine Grossväter waren Veteranen des zweiten Weltkrieges und sein Vater ist Vietnam Veteran und beide, sein Grossvater mütterlicherseits und sein Vater wurden nach ihrer ehrenvollen Entlassung aus der Armee Polizeioffiziere. Es war ein sehr trauriger Tag für uns als mein Schwiegervater im Jahre 2001 verstarb. Er war ein wunderbarer und freundlicher Mann, der seine Familie und seinen deutschen Enklesohn sehr geliebt hat.
Während der Jahre meiner Suche habe ich nicht nur sehr viel über die Suche nach biologischen Eltern und Ahnenforschung gelernt, sondern auch viele hilfreiche Menschen getroffen, von denen einige sehr liebe und enge Freunde geworden sind, die alles getan haben, um mir bei meiner Suche zu helfen und denen ich im Gegenzug mit ihrer eigenen genealogischen Forschung und Suche helfen konnte. Vielleicht interessiert es Sie, einen Blick zu werfen auf meine private genealogische Webseite unter http://www.searchingforyou.org/myancestors/.
Während der vergangenen Jahre konnte ich vielen Menschen helfen, das vermisste Bindeglied zu finden, Ahnen, lange verlorene Freunde, Geburtsfamilien und auch lebende Familienmitglieder, leibliche Väter und Grossväter die während und nach dem zweiten Weltkrieg in Übersee stationiert waren.
Ich bin für eine Reihe von genealogischen und historischen Organisationen in Deutschland und den USA ehrenamtlich tätig und bin seit 1985 Mitglied des Vereins für Familien- und Wappenkunde in Baden-Württemberg.
Um anderen bei der Suche nach ihren vermissten Familienmitgliedern, Freunden, Ahnen und Nachfahren zu helfen habe ich SearchingForYou, einen professionellen Suchdienst, gegründet. Ich freue mich, anderen bei ihrer Suche nach ihren Familien, Vorfahren oder Nachfahren helfen zu können. Bitte zögern Sie nicht, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Ich werde mein Allerbestes tun, um Ihnen zu helfen.